Bis ans Ende aller Tage

Im Gifte deines toten Hafens
schwimmt die Schwere lang und dürr.
Ich spucke gierig, um zu saufen –
das Gebein gehört nun mir.

Und jede Nacht, in vollem Rausche,
zerrt der Mond am Fleisch der Welt.
Ihn dürstet nach dem Eingeweide,
bis er doch vom Fleische fällt.

Der Hafen stinkt nach Tod und Elend:
blinde Frösche – schmeckt nach Moos.
Bevor ich endlich schlafen gehe,
leg den Kopf in meinen Schoß.

Eines meiner ersten Gedichte aus der Zeit, als ich mich vom Einfluß Annette von Droste zu Hülshoffs zu entfernen begann. Zugleich bezeugt es unverkennbar den Einfluß meiner Lektüre von Till Lindemanns Gedichten aus dem Gedichtband Messer. Die Metaphorik nimmt zu und gleitet gleichzeitig ins Düster-Depressive ab.

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