Von Zauberei, Wundern und entlaufenen Merkelschweinchen

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen (United Nations, UN) hat heute zum zwanzigstenmal die Blockade der Vereinigten Staaten von Amerika gegen Cuba veruteilt. Im Umkehrschluß bedeutet dies, daß die Vereinigten Staaten von Amerika die Böse-Buben-Schelte zwanzig Jahre lang ignoriert und ihren Gelüsten nach Belieben gefröhnt haben. Es gibt auch, soweit das politische Auge reicht, keinen Grund, warum sie es hätten anders halten sollen. Ähnlich wie für den verwöhnten, frechen Enkel, dessen Großmutter im Rollstuhl ihm ständig bedeutet, er dürfe nicht tun, was er tut, zieht eine solche Schelte niemals ernstzunehmende Konsequenzen nach sich. Nicht nur lügt und betrügt der Enkel sich seinen Weg durchs Leben und setzt seinen Willen notfalls mit Gewalt durch, sondern er spuckt der Großmutter obendrein noch mit Genugtuung und um ihr zu bedeuten, daß sie vollkommen machtlos gegen sein Treiben sei, ins Gesicht. Die Eltern, allseits dazu aufgefordert, etwas zu unternehmen, sagen: »Lieber Junge, magst du deine Großmutter und deine Spielkameraden nicht ein wenig mehr respektieren?« – »Nö!« – »Tja, wir haben getan, was wir konnten«, und zucken die Schultern.
Derweil versuchen sich ein französischer Zwergpintscharkozy, den man aus Versehen mit Präsidialvollmachten ausgestattet hat, und ein aus dem Versuchslabor entlaufnes Merkelschweinchen, das sich fatalerweise in eine einflußreiche politische Machtposition hochgelangweilt hat, weiter an dem gewagten Zauberkunststück, aus der Kastration sämtlicher europäischer Volkswirtschaften ein neuzeitliches Befruchtungswunder zu zaubern. Falls es ihnen gelingen sollte, werden David Copperfield und Kollegen arbeitslos. Darüber hinaus gelänge ihnen damit aber die Kombination verschiedner religiöser Mythen: Die zu befruchtende Frau ist nicht Jungfrau oder steinalt und vertrocknet, sondern beides zugleich. Auf dem Sterbebett, in den letzten Atemzügen liegend, wird sie noch den allerlösenden Heiland gebären. Solange der nicht aussieht wie eine Mischung aus Merkelschweinchen und Zwergpintscharkozy, könnte ihn immerhin der italienische Oheim Berlusconi in seine Obhut nehmen, um sich fortan nur noch »der Pate« zu nennen.
Zur Feier der Geburt gibt es dann sogar eine Sparanlage durch RWE und E.on. Die haben sich nämlich das entsprechende Geldgeschenk bereits in heller Vorfreude auf das wundersame Ereignis in Form von Steuergeldern, die sie für die Erneuerung von Brennelementen zu entrichten hatten, auszahlen lassen. Solch lautere, wohltätige Absichten konnten die Finanzgerichte in München und Hamburg selbstredend nicht abweisen und ließen den Wohltätern in spe gleich jeweils 74 und 94 Millionen Euro zurückerstatten.
Na, dann ist ja alles klar! Eine Frage hätte ich dann aber doch noch: Trägt man zu solchen Gelegenheiten eigentlich Partyhütchen?

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