E.

Ins Dunkel mein brennt mir ein Licht –
dringt durch die dunklen Erlen –,
das Lächeln deines Angesichts,
mit Augen ganz wie Perlen.

Zum Waldesrand lockt mich der Schein,
wo Tag und Nacht sich scheiden.
Einst wollt’ ich dort für mich bloß sein,
erlöst von meinen Leiden.

Aufs neue werde ich bald schwach,
ich ahn es wohl seit Tagen.
Denn nächtelang lieg ich schon wach
und kann dir nicht entsagen.

Und schlägt die allerletzte Stund’,
so werde ich es wissen:
Küß ich nicht deinen weichen Mund,
so werde ich zerrissen.

Wie tief wir uns auch ins Dunkel zurückziehen mögen, die ewige Versuchung wird letztlich doch obsiegen. Mit Sirenengesängen, die noch die dicksten Mauern zu durchdringen, mit Lockdüften, die noch die im tiefsten Dreck vergrabnen Nasen zu erreichen vermögen, und mit jeder Art von Verlockung, die da nur denkbar, geht die Liebe auf Beutezug, und ihr Fangnetz, trotz oppulenten Umfangs, ist jedesmal bis zum Bersten gefüllt. Doch selbst wenn sie dich gehen ließ – sie wird dich wieder fangen! Ein Beßres wär’s, sich zu entleiben, denn in der Bestie Fänge bleiben …

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