Noch einmal twitter / twitter again

Da ich immer noch nicht habe ausmachen können, welchen Nutzen twitter haben könnte, habe ich spaßeshalber einmal einen twitter-account erstellt: @ichbindaswort. Mein erster tweet lautet: ‘Here I am, still wondering what use twitter may be. TBH, I do not even understand most tweets people send because of the cryptic language.’ Dieser tweet datiert vom 9. Januar 2012, das ist heute, um ungefähr 0 Uhr 5. Außerdem habe ich noch einige Spaßantworten auf anderweitig belanglose tweets Prominenter geschrieben. Seitdem habe ich bereits vier followers gesammelt. Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht einmal, warum mir diese Leute nun folgen. Vielleicht könnte mir das irgend jemand freundlicherweise erklären. Bei nur 140 Zeichen kann man ohnehin kaum etwas mitteilen, selbst mit Abkürzungen ist es schwierig.
Abgesehen davon habe ich beschlossen, nunmehr möglichst viele Beiträge in englischer Sprache zu veröffentlichen. Um der möglichen Sorge einiger Leserinnen und Leser, die des Englischen nicht oder nur unzureichend mächtig sind, vorzugreifen und dieselbe zu zerstreuen, füge ich gleich hinzu, daß dies nicht bedeutet, es werde auf diesem Weblog nunmehr keine deutschsprachigen Artikel mehr geben. Statt dessen werde ich versuchen, möglichst jeden Artikel auf deutsch und englisch gleichermaßen zu veröffentlichen.

Since I still have not been able to determine what use twitter may be, I signed up – for the fun of it – for a twitter account: @ichbindaswort. My first tweet reads: ‘Here I am, still wondering what use twitter may be. TBH, I do not even understand most tweets people send because of the cryptic language.’ This tweet dates from January 9th, 2012, that is today, at about five past midnight. Furthermore, I replied for a joke to some tweets by some prominent figures. Since then I have already collected four followers. To be honest, I do not even comprehend why these people follow me now. Perhaps somebody could be so nice to explain this to me. With only 140 characters it is hardly possible to communicate anything, anyway, even when using abbreviations, it remains difficult.
Apart from this, I decided to publicize so many articles as possible in English hence. In order to anticipate and dispel some readers’, who do not speak English at all or not properly, possible worry, let me hasten to say that this does not mean that there will be no more articles in German on this weblog any longer from now on. Instead, I shall try so much as possible to publicize each article in both English and German.

4 thoughts on “Noch einmal twitter / twitter again

  1. Irgendwann nach dem 9/11 hatte ich (aus ganz anderen Gründen allerdings) die “Ära der Beliebigkeit” festgestellt. Sie hält heute an und potenziert sich noch. Twitter ist komplett unsäglich. Facebook nicht ganz so schlimm, aber dennoch immer noch eine unerträgliche Quatschbude, in der sich jeder forciert sieht, sein Leben mindestens wie das der anderen.

    Ich habe mich lange gegen beides gewährt und jetzt Facebook nur deswegen begonnen, weil der Name dort reserviert sein soll. Artikel werden eingestellt und rein gar nichts anderes – quasi als Postbote. Sehe ich andere Facebook-Accounts mit 300 “friends”, wahrlich keine Seltenheit, frage ich mich, ob diese Leute noch irgendwas anderes tun können ausser 24 Stunden am Computerzu sitzen, denn sonst sind bei jedem Online-Gehen so viele “News” von “friends”-Kreis (oder eben tweets) aufgelaufen, dass man Stunden braucht, um sie durchzugehen.

    Ballast-Infos säckeweise ohne jedes Limit und ohne jeden Sinn. Passt gut in die “Ära der Beliebigkeit”.

    • Einen winzigen Funken der Sinnhaftig- oder Nützlichkeit habe ich dann doch auf Twitter gefunden: Man kann sich laufend über neue wissenschaftliche Studien und Untersuchungen unterrichten lassen. Alles andre ist aber tatsächlich überflüssiger, zum Teil wirklich nervtötender Datenmüll, geistiger Unrat, wie ich zu sagen beliebe. Meine Affäre zu den sogenannten »sozialen Netzwerken« à la Facebook, StudiVZ, MySpace und wie sie sonst heißen mögen, habe ich glücklicherweise vor langer Zeit beendet. Mein soziales Leben hat sich dadurch nicht verändert, und wenn doch, dann höchstenst verbessert. 300 »Freunde« klingt in meinen Ohren recht bescheiden. Ich habe Profile mit mehreren tausend (!) Kontakten. Wenn ich mich recht entsinne, lag der Rekord auf StudiVZ bei über 8000 (achttausend) (!) Kontakten. Aus diesem Grunde sind in der Tat viele Leute ständig damit beschäftigt, über ihr Mobiltelephon die neuesten Status ihrer »Freunde« abzurufen, seitdem man auch über Mobiltelephone von praktisch überall bei akzeptabler Bandbreite, Geschwindigkeit und annehmbaren Kosten ins Internet gelangen kann.
      Ich selbst unterhalte mich indes immer noch am liebsten von Angesicht zu Angesicht mit jemandem, und wenn es nicht anders möglich ist – weil zum Beispiels jemand sehr weit entfernt von mir wohnt –, telephoniere ich auch lange mit meinen Kontakten.
      Deinem Begriff der »Ära der Beliebigkeit« füge ich im übrigen »… und informationellen Fremdbestimmung« an. Bei der Flut an Informationen, mit denen jeder und jede zurechtkommen muß, fällt es nämlich vielen, wenn nicht den meisten, Menschen schwer, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und über diese Unterscheidung wiederum noch halbwegs selbst zu bestimmen, was sie als nächstes tun werden oder gar wollen. Allerdings enthält Deine Ergänzung zum ganzen Satz – »Passt gut in die ›Ära der Beliebigkeit‹, in der sich jeder forciert sieht, sein Leben mindestens so interessant wie das der anderen darzustellen« –, die an sich zutrifft, zugleich ein Paradoxon. Indem nämlich Menschen ständig mitteilen, was sie gerade wo, wie und mit wem machen, zeigen sie auf, wie langweilig ihr Leben eigentlich ist. Andernfalls hätten sie gar nicht die Zeit, ständig alles, was sie tun, zu protokollieren.

  2. Perdón, da ist ein Satz unvollständig gebleiben: “in der sich jeder forciert sieht, sein Leben mindestens so interessant wie das der anderen.darzustellen.”

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