Heiß

Schreit sich heiser durch den Regen:
Wo warst du nur an diesem Morgen?
Die Knie mit dem Stock gebrochen –
der Eitelkeiten Preis wiegt schwer.

Der Geier unsrer Sehnsucht schwindet,

geifert, doch sein Blick bleibt leer.
Hab ihm die Augen ausgestochen,
und ich fühle mich geborgen,
doch macht die Nähe mich verlegen:

Wohl ist es das, was uns verbindet.

Naht von Weitem schon ein Sturm,
gefangen heult er in den Mauern,
gebärt sich aus der Seele Tiefen,
so kalt und mutterlos gezeugt.

Der Donner grollt durch jede Ritze,

von Kummeraugen starr beäugt
der Geister, die wir einstmals riefen,
doch nun erfüllt sie nur Bedauern,
und es frißt ein Fadenwurm

sich durchs Gedärm in Fieberhitze.

Aus vergangenen Tagen bricht die Erinnerung urplötzlich in den Traum, schwillt die Sehnsucht an und verpufft sogleich wieder, um nichts als trostlose Leere zu hinterlassen. An solchen Tagen gibt es keine Hoffnung, nur das Leben selbst treibt einfach weiter, unberührt von alledem, und der Strom trägt einen hinfort, immer hinfort, nur niemals – heim.

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