Im Morgengrauen

Das kleine Herz brennt lichterloh,
farbenfroh springt’s auf die Hand
des Liebchens, das im schönsten Kleid
sich ergeht in Eitelkeit,
hat den Knaben kalt verkannt,
vergnügt sich nun im warmen Stroh

mit dem Küster. Fette Eier
klatschen wider feuchte Haut.
Die Liebestollheit ist ein Graus,
lange hält er’s nicht mehr aus.
Als der nächste Morgen graut,
ruhen beid’ im nahen Weiher.

Liebe und Tod gehen oft miteinander einher. Das Grauen wartet schon um die nächste Ecke. Denn die Liebe ist eine Sirene, die mit ihren Gesängen Mann und Frau gleichermaßen heranlockt, um sie sodann gnadenlos und gierig bei lebendigem Leibe zu verschlingen. Doch weh! nicht genug, die Bestie würgt uns wieder aus, nur damit wir ihren Gesängen erneut verfallen können.

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