Summertime

Another summer is about to pass me by,
Just love still lingers where the oceans die;
And every word now has to be assumed a lie –
Let go of hope, for you have long bled dry.

From the Lost Notes of the Deep Dweller’s Shipyard [New Fragment #6/Till Death Do Us Part]

Please never ask me how I keep going. I have no idea how – or even why, for that matter. All I know is this: The shadows will never tire of chasing me, and there is no long-term escape. Just now they are closing in on me again, as I stumble and sputter along the well-trodden path, bound for another fall. I can feel them everywhere, in the glaring sun as well as in the pale moonlight. The space to manœvre, or even move at all, decreases rapidly with each step and with each breath I take. I desperately clasp every little bit of happiness I have managed to get a hold on and tack on to my heart. Yet there is not a hope in hell when the time comes for the shadows to engulf me. And they will feast upon me, eagerly and mercilessly devouring whatever I may naively have believed to be mine to keep, from the fondest memories to the most intense feelings of love still lingering. Finally, they will leave me alone in the dark to rot for two eternities. Alas, they need my repeated suffering to nourish them, and so they will leave the seeds of false hope to be betrayed to grow another tree of life from within the despair-infested grounds. For where death would be the only true companion, only emptiness awaits to corrupt the very essence of my being. May the day that death do us part come soon.

Menschenleben

Als Lebender geboren unter Leichen,
gehör ich nicht zu meinesgleichen;
von Anfang an dazu bestimmt,
die Toten zu begleiten –
im Meer der Hoffnungslosigkeiten schwimmt
ein Traum aus Eitelkeiten.

Das Menschenleben ist ein Haifischbecken,
um jede Ecke lauern Schrecken;
das Alter, das den Leib bezwingt,
und Elend tausend Namen –
wie immer auch ein Mensch die Zeit verbringt,
erfährt er kein Erbarmen.

[Born as a living among corpses,
I do not belong to my own kind;
determined from the outset
to accompany the dead –
in the sea of hopelessnesses floats
a dream of vanities.

Human life is a shark tank,
horrors lurking around every corner;
age defeating the body,
and misery a thousand names –
in whatever manner a human may spend their time,
no mercy will be upon them.
]

Kissless

A kiss could light the darkest night,
in endless nightmares full of lies,
yet underneath the forlorn skies,
I am long dead and cold inside.

[On a day like this, there is no hope: drifting away into endless nothingness with nothing left to say.]

Endzeitlos

Manchmal wünschte ich, mir könnte alles ein wenig gleichgültiger sein. Manchmal wünschte ich, nicht jeder Gedanke wäre ein Stich in meinem Kopf und nicht jedes Gefühl wäre ein Schleier, der sich vor meine Wahrnehmung legt und alles zu einem einzigen, undurchdringlichen Nebel verschwimmen läßt. Allein gleichviel, wann und wo, wie und mit wem etwas geschieht, solange es mit Gerechtigkeit, Freiheit, Liebe, Tod und menschlichem Zusammenleben überhaupt zu tun hat, rührt es mich doch an, wie sehr oder wenig ich auch bereit sein mag, mich darauf einzulassen. Und gleichviel, wie viele Gedanken und Gefühle es bereits sein, wie viele Universen bereits in meinem Kopf existieren, enstanden und vergangen sein mögen, es bleibt doch immer noch Platz für mehr, und immer mehr kommen hinzu, ohne abzureißen. Keine Beschäftigung, keine Liebe, kein Mensch, keine Religion und kein Gott vermögen diese Leere auszufüllen, in der ich treibe ohne Unterlaß, von alters her und bis zum bittren Ende in Dunkelheit, die nicht tausend noch aber Tausende Sonnen zu erleuchten vermöchten. Die Menschen kommen und gehen, einzig ihre Gesichter bleiben stehen, sie verblassen nicht, nicht einmal die Namen, und mit jedem Gesicht verbindet sich eine Geschichte, die in Pein und Schmerz und in tiefster Reue endet. Sie treiben an mir vorüber wie ein endloser Fluß, von dem niemand weiß, wo er entspringe oder in welches Meer er münde. Dies sind meine Dämonen, keine finstren Phantasiegestalten, keine gefallnen Engel, kein Teufel und kein Gott haben sie geschaffen oder geschickt. Sie sind von ganz allein zu mir getrieben, und jeder von ihnen hat mir eine weitre Bürde auferlegt, den Fluch der Erinnerung. Denn Wunden verheilen niemals; sie werden lediglich von Narbengewebe überwuchert, welches doch zerreißen muß wie Papier, macht jemand ernsthafte Anstalten, darunter zu sehen. Und aus eben diesen offnen Wunden blute ich unentwegt in den Fluß der Verdammnis, der meine Dämonen gebiert, die sich unentwegt an diesem meinem schwarzen Blute laben. Und diese Spirale des Verderbens wird nicht eher einhalten, als ich vollends das Bewußtsein verliere und als Asche in das Wasser zurückkehre, aus dem das Leben einst gekommen. Nein, an Tagen wie diesem gibt es keine Hoffnung.